Neu gegründete Technikverbund Hamm will die Jugend begeistern
Karl-Heinz Kaup, der pädagogische Leiter des Regionalen Bildungsbüros, erklärte bei der Gründungsveranstaltung in der Wilhelm-Busch-Schule, warum die Technikförderung nicht nur in Hamm, sondern in ganz Deutschland dringend notwendig sei. „Der Grund für den Mangel an Studenten der Ingenieurswissenschaften und gut qualifizierten Auszubildenden ist zumeist in der mangelhaften schulischen Vorbildung zu suchen“, sagte Kaup.
Als Beispiel führte Kaup an, dass ein Realschulabsolvent nach zehn Jahren in der Regel 1000 Stunden Englisch-, aber nur 120 Stunden Technikunterricht erhalten habe. Auch die geringe Zahl der Techniklehrer sei erschreckend. Normalerweise ist die Aufgabe des regionalen Bildungsbüros die Vernetzung bestehender Angebote, doch hier sei nach zweijähriger Vorarbeit ein neues Angebot geschaffen worden.
Im Technikverbund engagieren sich das Märkische Gymnasium, das Eduard-Spranger-Berufskolleg, die Friedrich-Ebert-Realschule, die Jahn- und die Wilhelm- Busch-Grundschule sowie drei Kindergärten als bildende Einrichtungen. Der Förderung dieser Einrichtungen haben sich der Unternehmensverband Westfalen-Lippe, die Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe, die Unternehmen RWE und Hella sowie die Wirtschaftsförderung Hamm angenommen. Der Schuldezernent Markus Kreuz freute sich in seinem Grußwort, dass hier ein Problem aufgegriffen werde, das viele als solches noch gar nicht erkannt hätten. „Ich hoffe dass mit der Förderung des Technikunterrichts auch eine Änderung im Technikverständnis einhergeht. Technik ist ein Segen für die Gesellschaft und keine Bedrohung “, so Kreuz.
Während der Veranstaltung wurde auch ein Scheck von der Firma Hella an den Technikverbund übergeben. Mit der finanziellen Hilfe des Technikverbundes stattet das Bildungsbüro die Schulen und Kitas mit Materialien der Lego-Education-Serie aus. Diese sind so entwickelt, dass sie aktives, selbstständiges und handlungsorientiertes Lernen von der Kita bis zur Hochschule ermöglichen. Der Leiter des Hella-Elektronikwerks Hamm, Dr. Arne Kohring, erklärte das Engagement durchaus auch mit Eigeninteressen. „Wir investieren alleine in diesem Jahr 6,5 Millionen Euro in Gebäude und etwa 30 Millionen Euro in hochkomplizierte Fertigungsanlagen. Daher benötigen wir, um unseren Standort hier zu sichern, auch qualifiziertes Personal. Der Bedarf reicht vom Facharbeiter bis zum Ingenieur “, berichtet Kohring.
Wilhelm-Busch-Schulleiterin Sylvia Portmann erklärte, dass durch die spielerische Förderung nicht nur das Technikverständnis, sondern auch die Sozial- und Sprachkompetenz erhöht werden. Die Ausbildung der Lehrenden an den Fortbildungsmaterialien erfolge gemeinsam, von der Kindertagesstätte bis zur Universität. So entstehe in der Förderung ein Zusammenspiel durch jedesm Alter. - pk


